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Studie „Sozio-ökonomisches Monitoring und Bewertung der Veränderungen von Ökosystemleistungen (ÖSL) im Projekt LiLa Livng Lahn“

In dieser Studie werden positive und ggf. negative Auswirkungen ausgewählter Handlungsoptionen auf das Dargebot von Ökosystemleistungen abgeschätzt und nach Möglichkeit die entsprechenden ökonomischen Kosten und Nutzen bewertet.

Die Erarbeitung der Studie ist in zwei Schritten erfolgt.

Zunächst wurden in einer Vorstudie die Bedeutung und Definition von Ökosystemleistungen beschrieben und hinsichtlich der Eignung für ein Heranziehen im Rahmen des LiLa-Projekts, hier vor allem die Intergration in das Lahnkonzept (Action A1), analysiert und vorbereitet. Auf dieser Basis ist die Beauftragung der Haupstudie erfolgt.

In der Hauptstudie wird die Veränderung des Dargebotes von Ökosystemleistungen beispielhaft an drei Staustufen (Lahnstein, Kirschhofen und Altenberg) im Bereich der Bundeswasserstraße Lahn untersucht, wobei die gestaute Flussstrecke im Oberlauf und die angrenzenden Auenbereiche mit betrachtet werden. Die drei Staustufen wurden so ausgewählt, dass sie das betrachtete Flussgebiet repräsentieren. Für die Betrachtung werden zusätzlich besonders relevante Nutzungen des Naturkapitals der Lahn berücksichtigt, die üblicherweise nicht zu Ökosystemleistungen gezählt werden. Dies sind die Schifffahrt und die Wasserkraft.

Die Ergebnisse dieser ÖSL-Studie stehen bei der Erarbeitung des Lahnkonzepts (Action A1) als weitere Grundlage zur Verfügung.

Die ÖSL-Studie ist nun fertiggestellt worden und steht nun zum Download zur Verfügung. Weiter wird eine Broschüre mit der Zusammenfassung der Ergebnisse wird in Kürze veröffentlicht. Informationsveranstaltungen zur ÖSL-Studie und dem methodischen Vorgehen sind vorgesehen.

 

Auf der rechten Spalte neben dem Text finden Sie die ÖSL-Studie sowie zwei Fachartikel aus der Zeitschrift Wasser und Abfall, Ausgabe 01/2022 zur ÖSL-Studie.

Kooperation mit dem BMBF-Verbundprojekt RESI-Lahn

Seit März 2020 kooperieren das LiLa-Projekt und das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt RESI-Lahn, das bearbeitet wird vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei, Berlin (IGB), der Ruhr-Universität Bochum, der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, dem Helmholtz Zentrum für Umweltforschung GmbH - UFZ, Leipzig, dem Karlsruher Institut für Technologie – KIT und weiteren Verbundpartnern.

In Kooperation mit den Partnern des LiLa-Projektes erarbeitet der Forschungsverbund Berlin e.V. mit Hilfe des River Ecosystem Service Indexes (RESI) einen Überblick über die derzeit dargebotenen Ökosystemleistungen an Teilabschnitten der Flusslandschaft Lahn sowie über die Einflüsse verschiedener Handlungsoptionen auf dieses Dargebot. RESI ist ein Bewertungswerkzeug, das die Gesamtbreite der an Flüssen und in deren Auen dargebotenen Ökosystemleistungen erfasst und damit die vielseitige Bedeutung von Flusslandschaften für den Menschen anzeigt. Die Methode ist in einem RESI-Anwendungshandbuch veröffentlicht (www.resi-project.info/handbuch/). Darüber hinaus wurde  ein Kurzfilm "Potentiale im Fluss - über die Naturfunktionen der Lahn"  produziert.

(www.youtube.com/watch?v=pwrVZwTXNIs/)

Impulse aus der Kooperation mit dem BMBF-Verbundprojekt RESI-Lahn können in die Umsetzung der Maßnahmen des LiLa-Projektes einfließen.

Ansprechpartner bei RESI ist PD Dr. Martin Pusch, pusch@igb-berlin.de.

 

Ökosystemleistung (ÖSL)

Der Begriff Ökosystemleistungen bezeichnet direkte und indirekte Beiträge von Ökosystemen zum menschlichen Wohlergehen, das heißt Leistungen und Güter, die dem Menschen einen direkten oder indirekten wirtschaftlichen, materiellen, gesundheitlichen oder psychischen Nutzen bringen. In Abgrenzung zum Begriff Ökosystemfunktion entsteht der Begriff Ökosystemleistung aus einer anthropozentrischen Perspektive und ist an einen Nutzen des Ökosystems für den Menschen gebunden (Naturkapital und Klimapolitik – Synergien und Konflikte. Hrsg. von V. Hartje, H. Wüstemann und A. Bonn. Technische Universität Berlin, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ, Berlin, Leipzig)“