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Das Lahnkonzept (Action A 1)

Die Öffentlichkeitsbeteiligung zur Erarbeitung eines Entwicklungskonzeptes für die Lahn ist im September 2017 gestartet!

Bei den Auftaktworkshops am 16.09.2017 in Gießen, 23.09.2017 in Limburg und 30.09.2017 in Bad Ems waren rund 150 Interessierte der Einladung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes (WSA) Koblenz gefolgt, um sich gemeinsam zur Zukunft der Lahn auszutauschen. Mit dabei waren Vertreter von Städten, Landkreisen und Kommunen, Fachverwaltungen, Wirtschaft, Verbands- und Vereinsvertreter sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger.

Schwerpunkt der drei inhaltsgleichen Workshops bildete nach einer kurzen Projektinformation und dem Kennenlernen der Akteure das Erarbeiten von Ideen für eine Verbesserung der Lahn. In wechselnden Kleingruppen wurden dabei über die Themengebiete Natur und Ökologie, Angelsport und Fischerei, Land-/Forstwirtschaft und Jagd, Wasserwirtschaft, motorisierte und muskelbetriebene Schifffahrt, Naherholung und Tourismus sowie Kommunale Entwicklung und Flächenplanung diskutiert und gemeinsam Ideen gesammelt. Chancen aber auch Konfliktfelder wurden erörtert und dokumentiert. Über 100 Vorschläge und zahlreiche weitere Ideen konnten durch die Teilnehmer der Workshops entwickelt werden. Die Diskussionen verliefen auch bei ganz unterschiedlichen Interessen fair und konstruktiv - getreu dem Grundsatz, dass es nur eine Lahn gibt und nur eine gute Zusammenarbeit positive Lösungen für alle Interessengruppen ermöglicht. Der mit den Auftaktworkshops begonnene Dialogprozess, die Erarbeitung des Lahnkonzeptes und auch das Format der Veranstaltungen wurden von den Beteiligten sehr positiv gesehen. Die Ergebnisse aller drei Workshops werden zeitnah auf dieser Seite veröffentlicht.

Ab Mitte Oktober werden insgesamt acht themenbezogene Arbeitsgruppen mit freiwilligen Teilnehmern/Innen der Workshops eingerichtet. In jeweils drei Sitzungen werden die verschiedenen Interessengruppen ihre Ziele formulieren und diese schriftlich an das WSA Koblenz weitergeben. Mitte des Jahres 2018 sollen die verschiedenen Zielepapiere miteinander verglichen und im weiteren Projektverlauf möglichst ein Ausgleich zwischen den konträren Nutzungen und Konfliktthemen geschaffen werden. Hierfür werden weitere Dialogformate und Öffentlichkeitsveranstaltungen folgen.

Das WSA Koblenz bedankt sich für die konstruktive und ergebnisorientierte Mitwirkung aller Teilnehmer/Innen und hofft auf eine gute Zusammenarbeit für die Zukunft!

 

Allgemeine Informationen zur Erarbeitung des Lahnkonzeptes

Die Kernmaßnahme des WSA Koblenz bildet das Lahnkonzept. Es dient der Entscheidungsfindung für die zukünftige Nutzung und Unterhaltung der Bundeswasserstraße Lahn auf einer Länge von ca. 148 km vom Badenburger Wehr bei Gießen (km - 11,075) bis zur Mündung in den Rhein bei Lahnstein (km 137,300). Bereits seit 1981 wird die Lahn nicht mehr für den Güterverkehr genutzt. Die baulichen Anlagen befinden sich zum Teil in einem schlechten Zustand, sodass teilweise dringender Handlungsbedarf besteht.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) steht in den kommenden Jahren vor der Aufgabe, die zukünftige Ausrichtung von insgesamt rund 2.800 km Nebenwasserstraßen zu überdenken, die aufgrund veränderter Transportströme und Schiffsgrößen ihre Bedeutung für den Güterverkehr verloren haben und überwiegend touristisch genutzt werden. Hierfür müssen entsprechende Entwicklungskonzepte erarbeitet werden. Die Erstellung eines Lahnkonzeptes besitzt für die WSV Pilotcharakter, da ein nachhaltiges Entwicklungskonzept für die Lahn auch auf andere vergleichbare Bundeswasserstraßen übertragen werden kann.

Das Lahnkonzept verfolgt einen integrativen ganzheitlichen Ansatz, um die zahlreichen Belange und Nutzungsinteressen der Lahnanlieger zu erfassen und soweit wie möglich in die Bearbeitung zu integrieren. Unter Beteiligung aller Projektpartner und der interessierten Öffentlichkeit bietet das Konzept die Chance, die Unterhaltung der Lahn neu zu orientieren, den Fluss und die Region ökologisch und touristisch aufzuwerten, die Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen und weitere relevante Wirkungszusammenhänge zu berücksichtigen.

Die Erarbeitung des Konzeptes erfolgt ergebnisoffen und lösungsorientiert, d.h. es gibt keine vordefinierten Zukunftsvorstellungen für die künftige Nutzung der Lahn. Die Herausforderung liegt darin, nach Möglichkeit einen Interessenausgleich zwischen den konkurrierenden Nutzungen (Hochwasserschutz, Denkmalschutz, Naturschutz, Schifffahrt, Gewässerunterhaltung, Wirtschaftlichkeit, Wasserkraftnutzung, Tourismus, Landwirtschaft, Fischerei u.a.) herzustellen. Hierzu wird die Öffentlichkeit frühzeitig durch das WSA Koblenz in den Prozess eingebunden. Um Transparenz und Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen, werden regelmäßige Veröffentlichungen und bei Bedarf Arbeitsgruppen und Workshops mit relevanten Interessensvertretern sowie weiteren Beteiligten durchgeführt. Eine gesamtgesellschaftlich tragfähige Zukunftslösung für die Lahn wird nur zustande kommen, wenn alle Beteiligten und Interessensgruppen kompromissfähig und konstruktiv den Prozess begleiten. Die Einbindung der Öffentlichkeit wird als interaktiver Arbeitsprozess im Rahmen der Interessenerfassung im Jahre 2017 beginnen.

Die Erarbeitung des Lahnkonzeptes erfolgt über die gesamte Laufzeit des LIFE-Projektes (bis 2025). Ziel des Projektes ist die Verfassung einer "Lahn-Deklaration", die zum Ende des Projektes von den Ländern Hessen und Rheinland-Pfalz sowie dem Bund unterzeichnet und der EU vorgelegt werden soll.

Einen zeitlichen und inhaltlichen Überblick über die einzelnen Bearbeitungsphasen des Lahnkonzeptes bietet die anliegende Grafik.

Ausblick und Zeitplanung zur Erstellung des Lahnkonzeptes (Quelle: WSA Koblenz)