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Frau Dr. Alberternst stellt das Konzept vor

Veranstaltung zu invasiven Pflanzenarten an der Perf

  • RP Gießen

Zahlreiche interessierte Personen waren am 30.03.2017 auf Einladung des Regierungspräsidiums Gießen im Bürgerhaus Breidenbach erschienen, um sich über ein Konzept zur Verminderung der Ausbreitung von invasiven Arten im Gewässersystem der Perf und ihrer Nebengewässer zu informieren und über sinnvolle Maßnahmen zu diskutieren.

Eingeladen waren alle interessierten Personen und Organisationen, insbesondere diejenigen, die beruflich oder ehrenamtlich mit der Bewirtschaftung und Nutzung von Land- und Gewässerflächen befasst sind.

Nach einer freundlichen Begrüßung der rund fünfzig Besucher durch Herrn Bürgermeister Felkl gab es eine kurze Einführung zum EU-LIFE Projekt „LiLa- Living Lahn“ durch die Projektmanagerin Frau Marlene Höfner (RP Gießen). Im Anschluss berichtete die zuständige Sachbearbeiterin des RP, Frau Jutta Neumann, über Ziele und  zugrunde liegende rechtliche Grundlagen des Teilprojektes zur "Verminderung der Fernausbreitung invasiver Pflanzenarten an Fließgewässern", welches das RP Gießen im Rahmen des LIFE-Projektes durchführt. Ein räumlicher Schwerpunkt ist das Gewässersystem der Perf.

Hier wurden im Jahr 2015 alle invasiven Pflanzenarten durch eine Kartierung erfasst. Im Anschluss daran wurde ein Konzept zur Prioritätensetzung und zum Monitoring der zu bekämpfenden Arten und Bestände durch die Projektgruppe Biodiversität und Landschaftsökologie erarbeitet, welches den Teilnehmern der Veranstaltung von Frau Dr. Alberternst vorgestellt wurde.

Unter invasiven Pflanzen versteht man einige gebietsfremde Pflanzen, die aufgrund ihrer starken Ausbreitung zur Verdrängung vorhandener Arten und damit einer Gefährdung der Artenvielfalt führen oder gesundheitliche und wirtschaftliche Schäden verursachen können. Die Ausbreitung invasiver Pflanzen erfolgt insbesondere an Fließgewässern schnell und über weite Strecken.

An dieser Stelle galt es hervorzuheben, dass nicht die abschließende Bekämpfung aller invasiven Pflanzenarten an der Perf im Fokus des Konzeptes steht, sondern die Vermeidung weiterer Verbreitung. Dazu gehört auch die vorbeugende Bekämpfung von invasiven Pflanzen bei anstehenden Baumaßnahmen an Fließgewässern, wo die Gefahr einer Verschleppung besonders hoch ist. Ziel des Projektes ist ein Handlungsleitfaden zum Umgang mit invasiven Pflanzenarten an Fließgewässern, in dem neben geeigneten Vorbeugungs- und Bekämpfungsmethoden auch Zeit- und Kostenaufwand dargestellt werden.

Abschließend erläuterte Frau Neumann, wie das Konzept im vergangenen Jahr entlang der Perf umgesetzt wurde, welche Bestände bekämpft wurden und welche weitere Vorgehensweise geplant ist. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, die zu bekämpfenden Vorkommen nach eindeutigen Kriterien auszuwählen und die verschiedenen Akteure in der Fläche über die laufenden Aktivitäten entsprechend zu informieren und einzubinden.

Im Zuge der Veranstaltung wurden Kontakte zwischen Gruppen und Interessensvertretern geknüpft und weitere Veranstaltungen zu diesem Thema angeregt. Es wurde aber auch deutlich, dass es weiteren gezielten Informationsbedarf insbesondere hinsichtlich möglicher Alternativen bei der Pflanzenauswahl.


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