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Sedimente als Gedächtnis des Gewässers- Ein Sedimentmanagementkonzept für die Lahn

Sedimente als Lebensraum
Sedimente als Lebensraum

Sedimente an der Sohle eines Gewässers sind ein zentraler Bestandteil des Gewässersystems.

Sie besitzen wichtige ökologische Schlüsselfunktionen:

  • Sedimente sind Lebensraum der im Fluss lebenden Organismen.
  • Sie sind ein zentrales Element in Stoffkreisläufen.
  • Nähr- und Schadstoffe sind oft an Sedimente gebunden.

Ändern sich im Gewässer die Umweltfaktoren, wie z.B. der pH-Wert, kann das Sediment von einer Schadstoffsenke zur -quelle werden. Dies geschieht indem sich die am Sediment gebundenen Schadstoffe wieder lösen. Damit können sie für Lebewesen verfügbar werden und so auch Einfluss auf den gesamten chemischen und ökologischen Zustand eines Gewässers nehmen. Umweltfaktoren ändern sich beispielsweise, wenn Sedimente durch Hochwasserereignisse oder durch Baggerungen bei Renaturierungsmaßnahmen aufgewirbelt und verlagert (remobilisiert) werden. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde untersucht in diesem Projekt, ob im Gesamtprojekt die geplanten Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung Auswirkungen auf die Sedimentqualität haben werden.

 

Zunächst wird der aktuelle Zustand der Sedimente mittels chemischer Analytik und ökotoxikologischen Testverfahren bewertet. Die hierbei gewonnenen Daten werden in einem Kataster der Sedimentqualität (Sedimentkataster) erfasst und dienen als Basis für die Erstellung eines Sedimentmanagementkonzeptes. Dies soll einen Überblick über mögliche Handlungsoptionen beim Umgang mit (remobilisierten) Sedimenten geben, wie sie zum Beispiel bei Renaturierungsmaßnahmen anfallen könnten. Eine maßnahmenbegleitende Überwachung der Sedimentqualität während der gesamten Projektlaufzeit dient der Erfolgskontrolle.

Letzte Änderung: 20.12.2016